Mimikry und Mockumentary

Rafik Will von der Tageszeitung “Junge Welt” stellt Radiosendungen vor.
Hier nur der kleine Ausschnitt über die “Mötö” und das “Institut für Feinmotorik”.
Der vollständige Artikel hier.

Mimikry und Mockumentary
Demnächst im Radio
Von Rafik Will
So tun als ob ist eine beliebte (Über-)Lebensstrategie. In der Welt der Tiere demonstriert das z.B. der aufgeplusterte Kugelfisch. In der Welt der Menschen ist der durchschnittliche Kundenberater einer Bank anschauliches Beispiel für das nutzbringende Vortäuschen falscher Tatsachen. Doch auch in der Kunst hat sich Mimikry zu einer eigenen Ausdrucksform entwickelt. Die sogenannte Mockumentary ist dabei natürlich – wie Kunst überhaupt – nicht zweckfrei. Mit ihr läßt sich etwa wunderbar der allgemeine Hang zum Dokumentarischen und Authentischen indirekt thematisieren. »Otto Mötö« (Fr., 21.03 Uhr, BR 2) von Gabi Schaffner, das Hörspiel des Monats August 2012, hat für die von ihr erdachte Spurensuche nach dem inexistenten finnischen Industrial-Vorreiter Martti Mauri vor allem von Schaffner selbst komponierte röhrende und dröhnende Motorensound-Art im Gepäck. Das »Institut für Feinmotorik« widmet sich hingegen nicht den Kettensägen und Traktoren, sondern präparierten Plattenspielern und DJ-Mischpulten. »Die 50 Skulpturen des Institut für Feinmotorik« (Fr., 23.05 Uhr, WDR 3) erhielten den Karl-Sczuka-Preis 2011.

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